etwas abgelegen aber ganz am Puls der Zeit...

Ein Blick in die Küche verrät, dass hier in grossen Töpfen gerührt wird. 155 hungrige Mäuler zu füttern verlangt auch entsprechendes Werkzeug. 65 Liter Pfannen, Kippbräter, drei Tiefkühltruhen, ein Tiba Holzherd, sechs Gaskochfelder, u.s.w.
Ist die Hütte bis auf den letzten Platz ausgebucht, wird in zwei Schichten gegessen, was organisatorisch ein kleines Wunder verlangt.
Die Schlafräume mit Matratzenlagern verschiedener Grösse sind gemütlich und mit flauschigen Duvets ausgestattet. Aus verständlichen Gründen kann die Bettwäsche nicht täglich gewaschen werden. Die Verwendung eines persönlichen Seiden- oder Leintuchschlafsackes empfehlen wir wärmstens. Jene, die es etwas komfortabler wünschen, werden in einer unserer Suiten in den siebten Himmel entschweben.
Die sanitären Anlagen befinden sich im Obergeschoss, bequem erreichbar von den Schlafräumen. Zwangsläufig müssen diese mit einem Minimum an Wasser auskommen.

Viele weitere Informationen dazu, wie wir auf 2850 Metern dennoch einen komfortablen Aufenthalt ermöglichen können, findet ihr gleich nachfolgend.

  • Transport
    transport

    Alles kommt von oben...

    In der Logistik liegt wohl der massgebliche Unterschied zu einem Gasthaus oder einer Jugendherberge im Tal. Darin liegt denn auch die grösste Herausforderung für uns Hüttenwarte. Fernab von Swissgrid, ARA oder zumindest einer Migrosfiliale bewirtschaften wir eine Unterkunft für 155 Gäste, welchen wir weit mehr als nur die Grundbedürfnisse befriedigen. Alles wird entweder auf der Hütte produziert, in der Umgebung gesammelt oder kostspielig hierhin transportiert.
    Direkt aus dem Tal, wird das Material in Netze gepackt über das Jungfraujoch zu uns geflogen. Der Hubschrauber muss dabei auf über 3500 Meter steigen und kann daher nur rund 2/3 seiner maximalen Nutzlast transportieren. Neben den hohen Kosten ist es das Wetter, das heisst die Wind- und Sichtverhältnisse, welches dieser höchst effizienten Versorgungsmethode Grenzen setzt. Eine geschickte Lagerbewirtschaftung mit ausreichenden Reserven macht sich also bezahlt.

    - Ein Kilogramm kostet rund 1.30 Franken
    - Pro Rotation können rund 650kg transportiert werden
    - ca. ein Mal pro Woche wird die Konkordiahütte versorgt.

  • Wasser

    wasser

    Jeder Tropfen zählt...

    Obwohl der Aletschgletscher als grösstes Trinkwasserreservoir Europas gilt, war die Wasserversorgung auf der Konkordiahütte schon seit Anbeginn ein Sorgenkind. Im Sommer fressen sich auf dem Gletscher tosende Bäche tief ins Eis ein, aber die mindestens 150 Meter Höhendifferenz und die ständige Bewegung im Eis machen das Hochpumpen zu einem Wunschtraum. Weil sich anderweitig nirgendwo eine Wasserquelle finden liess, blieb keine andere Lösung als Schmelzwasser sammeln und sparen!
    Gegen Ende Mai, wenn die Schneedecke durchnässt ist, beginnen sich in einigen Rinnen kleine Bäche zu bilden. Dieses Oberflächenwasser können wir etwas unterhalb der Hütte sammeln und mit Pumpen in verschiedene Reservoirs befördern. Insgesamt rund 70'000 Liter Wasser können wir einlagern. Rund die Hälfte muss bis zum Ende der Sommersaison ausreichen und der Rest wird für die Frühjahrssaison zurückbehalten. Damit dieses Wasser im Winter nicht einfriert, wird es mit Solarheizkreisläufen auf rund 4°C geheizt.
    Das gelagerte Wasser können wir nicht als Trinkwasser verwenden. Pro Gast stehen rund 9 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung. Der grösste Teil davon wird zum Kochen benötigt und wird durch Erhitzung keimfrei. Das wenige Wasser, welches in den Toiletten zur Verfügung gestellt wird, kann bedenkenlos zum Zähneputzen und Waschen verwendet werden.

  • Warmwasser

    transport

    ein Geschenk der Sonne...

    Bei so vielen Gästen fällt viel Geschirr an. Bei Vollbesetzung läuft die Geschirrspülmaschine auf Hochtouren. Sie wird mit solargewärmtem Wasser betrieben, welches in einem 1150 Liter fassenden Boiler gespeichert wird. Insgesamt 23 m2 Solarpanels sind auf verschiedene Dächer verteilt. Pro Waschgang werden nur 2,5 Liter benötigt. Das 60 Grad heisse Spülwasser wird aber nicht etwa vergeudet, sondern zum Vorwaschen des nächsten Durchgangs gebraucht. Wasser ist auf dieser Höhe extrem kostbar.

    Auch unser Holzherd hilft zusätzlich den Warmwasserboiler mit Energie zu versorgen. Ist er in Betrieb, wird überschüssige Wärme automatisch in den Wasserspeicher befördert. Sollten Sonne und Holz einmal nicht reichen, steht noch immer die Möglichkeit einer Gastherme zur Verfügung. Diese wärmt das Wasser sehr effizient und schnell auf die gewünschten 60 Grad.

    Die Sonne hilft uns auch, die Wasserreserven vor dem Einfrieren zu bewahren. Mit einem eigens dafür eingerichteten Solarkreislauf werden drei grosse Wasserreservoirs mit insgesamt rund 70'000 Litern Wasser auf ca. 4°C geheizt. Dankdem die Tänke im Normalfall tief eingeschneit werden, sind sie ausreichend isoliert, um auch längere Perioden ohne Sonnenschein zu überstehen.

  • Solarstrom

    transport

    in rauen Mengen...

    Im Keller ist die Technik der Solaranlage eingebaut. Die SAC-Sektion Grindelwald hat sich diese Investition gegen 300‘000 Franken kosten lassen. Insgesamt sind 32 m2 Photovoltaik-Module (3'800 Wp) installiert. Die Batterieanlage leistet bei 24V rund 3'900 Ah. Über einen Wechselrichter (4.4kW) wird die gesamte Beleuchtung, Telefon, Internet, Tiefkühler, diverse Küchenmaschinen und auch die Geschirrspülmaschine betrieben. Nicht ausreichen würde diese Energie um elektrisch zu kochen oder backen. Dafür wird nach wie vor Holz und Gas verwendet. Die gesamte Anlage wurde 2009 von der Firma Esotec (Innertkirchen BE) installiert und funktioniert seither tadellos. Auf dieser Höhe wurden schon Spitzenwindgeschwindigkeiten bis 270 Stundenkilometer gemessen, da braucht es spezielle Verankerungen für die Solarpanels. Auch muss sie grosse Kälte (bis -40°C) aushalten.

  • Kommunikation

    kommunkikation

    immer am Puls der Zeit...

    Nur die Lage ist etwas hinter dem Mond! Ansonsten sind wir perfekt ans Geschehen um uns herum angekoppelt. Schon seit 1980 ist die Konkordiahütte per Telefon erreichbar. Heute ist nicht nur das Telefon, sondern auch die elektronische Post kaum mehr wegzudenken. E-Mails und online Reservationen gehören zum täglichen Business.

    Das Telefon funktioniert heute auf dem Mobilfunknetz der Swisscom. Über eine hochempfindlich Antenne werden die Signale vom Jungfraujoch oder dem Eggishorn empfangen. Trotzdem verfügt die Hütte über eine ganz normale Festnetznummer.

    Die Internettechnologie entwickelt sich rasant. Gerade 2015 wurde wieder die neueste Generation installiert. Über Satellit sind wir jetzt mit 3000 Kbit/s Download und 300 Kbit/s Upload mit dem Internet verbunden.
    Die max. 16 GB/Monat nutzen wir neben dem regen e-Mailverkehr auch noch für die Aktualisierung der Webcambilder und für unser Kassensystem. Leider können wir den WLAN-Code nicht an unsere Gäste herausgeben. Wir stellen aber rund um die Uhr ein i-Pad zur Verfügung. Über dieses können aktuelle Wetterberichte oder Lawinenbulletins angeschaut werden.

  • Wetterstation

    stair

    up to date mit Petrus...

    Die Wetterstation auf der Konkordiahütte wird von Meteogroup betrieben.
    Erfahrungsgemäss liefert sie die mit Abstand präziseste Prognose für diese Region.
    Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonnenscheindauer, Niederschlag, Windrichtung und Geschwindigkeit werden im 10-Minuten Takt übermittelt und werden dann zusammen mit der Grosswetterlage zu einer Prognose verarbeitet.

  • Treppe

    stair

    Stairway to heaven...

    467 Tritte! Da kommt man beim Gedanken daran schon ins Schwitzen! Tatsächlich stellt die Konkordiatreppe so manchen Besucher nochmals so richtig auf die Probe, bevor das Ziel erreicht ist.

    Ursprünglich wurde die Hütte nur rund 50 Meter über dem Gletscherniveau erbaut und inzwischen trohnt sie bald 200 Meter darüber. Etwa ein Meter pro Jahr nimmt die Dicke des Gletschers ab und noch sind es rund 900 Meter an der dicksten Stelle am Konkordiaplatz. Wer das jetzt liest, wird es kaum erleben. Hält der Trend aber an, liegt es auf der Hand, dass der aktuelle Standort der Konkordiahütte zunehmend an Attraktivität verlieren wird.

    Zuerst mit Leitern und Brücken, später mit Treppenelementen, wurde und wird noch immer alles daran gesetzt, dass die Gäste möglichst einfach und sicher zur Hütte aufsteigen können. Inzwischen ist die gesamte Treppenlänge in massiver Stahlausführung mit durchgehendem Geländer gefertigt.
    Seit 2011 beginnt die Treppe von einem Felsband aus und im 2015 musste eine Brücke installiert werden, um dieses zu erreichen.

  • Matratzenlager

    bed

    himmlisch schlafen...

    Rund 120 Schlafplätze sind auf zahlreiche Zimmer mit 10 bis 12 Plätzen verteilt. Im ersten Stock, direkt über der Gaststube und mit direktem Zugang zu den Sanitäranlagen. Bei starker Auslastung stehen zusätzliche Schlafplätze in der Haslerhütte zur Verfügung.
    Sämtliche Schlafplätze sind mit Kissen und Duvets ausgestattet. Leider ist es unmöglich, die Bettwäsche nach jedem Gebrauch zu waschen. Deshalb empfehlen wir unseren Gästen sehr, einen Seiden- oder Leintuchschlafsack zu verwenden.

  • Suiten

    bed

    ein exklusives Vergnügen

    Unsere exklusiven Suiten lassen kaum Wünsche offen. Diese zwei Doppelzimmer erreichen durchaus Hotelstandard und das auf 2850 Metern am Konkordiaplatz. Im neuen Anbau direkt unter dem Dach mit Sicht zur Jungfrau. Was will man da noch mehr ausser ausschlafen?

    Preise pro Zimmer
    zuzüglich des Halbpensionspreises nach Kategorie:
    CHF 80.- Sonntag - Freitag
    CHF 100.- Samstag und Feiertage

    Preisbeispiel für zwei SAC-Mitglieder im Zimmer inkl. Halbpension:
    Samstag auf Sonntag: 116.-/Person
    Unter der Woche: 106.-/Person

    Die Bettwäsche in den Suiten wird täglich gewechselt. Im Preis inklusive ist ebenfalls ein Fläschchen Mineralwasser und wenn es die Wasserverhältnisse erlauben sogar eine heisse Dusche.
    Warum sich also nicht einmal etwas ganz spezielles gönnen. Die Zimmer können ebenfalls direkt über unser online-Reservationssystem gebucht werden oder selbstverständlich mit einem kurzen Anruf.